Christina Schwanitz will in Berlin die goldene Drei |
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News Christina Schwanitz will in Berlin die goldene Drei






28.04.2017

Christina Schwanitz macht Pause – Babypause! Jetzt rückt für die Kugelstoß-Weltmeisterin zunächst die Familie in den Mittelpunkt: „Bisher habe ich mich auf den Leistungssport konzentriert, das wird sich nun ändern.“

Eines steht fest: Die 31-Jährige wird wieder in den Ring zurückkehren. Noch nicht bei der Weltmeisterschaft im August in London (Großbritannien) – denn die Titelverteidigung kommt zu früh, da der Geburtstermin in Juli liegt. Danach aber plant sie ihr Comeback und hat ein klares Ziel im Auge: „Bei den Europameisterschaften 2018 in Berlin würde ich gern wieder im Ring stehen.“ Die EM an der Spree treibt sie an! Es habe ihr auch „die Entscheidung leichter gemacht, länger Sport zu treiben“.

Das beste Beispiel dafür, welche Kräfte eine Geburt bei einer Kugelstoßerin freisetzen kann, ist übrigens Astrid Kumbernuss. Sie brachte 1998 ihren Sohn zur Welt und wurde danach noch einmal Weltmeisterin und gewann Olympia-Bronze.

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Leistungsschub nach Olympia in London

Den entscheidenden Schub in ihrer Karriere brachten die Olympischen Spiele 2012 in London, bei denen sie ein neunter Platz hungrig machte, den nächsten Schritt in ihrer Karriere zu gehen.

„Das war einer der bedeutendsten Tage meines Lebens. Dieser Moment auf das Stadion zu schauen, 72.000 Menschen da zu sehen und das Olympische Feuer im Rücken zu haben. Das war ein Moment, den ich nie in meinem Leben vergessen werde.“ Diese Erfahrung hat sie motiviert und ihr auch viel Selbstsicherheit gegeben. Danach platzte der Knoten, von 2013 bis 2016 übertraf sie in jedem Jahr die magischen zwanzig Meter, die das Tor zur absoluten Weltspitze darstellen.

2018 wird sie nicht nur mit viel Erfahrung, sondern auch als einer der bekanntesten Namen des DLV-Teams in das Berliner Olympiastadion einmarschieren können. Dann dürften bei ihr auch Erinnerungen an ihre WM-Teilnahme 2009 an gleicher Stelle wach werden.

Bei der WM 2009 noch „sehr naiv“

Doch damals war Christina Schwanitz noch eine ganz andere Athletin. Sie stand als 23-Jährige im Schatten der Magdeburgerin Nadine Kleinert, die damals in einem denkwürdigen Wettkampf mit 20,20m Silber gewann. Sie verfügte noch lange nicht über jene Nervenstärke, die sie heute auszeichnet.

Christina Schwanitz erreichte vor acht Jahren zwar das Kugelstoß-Finale der WM, mehr als Platz zwölf sprang aber nicht heraus. „Damals war ich noch sehr naiv. Ich hatte es gar nicht so wertgeschätzt, dass ich mit dabei sein konnte“, blickt sie mit ehrlichen Worten auf die WM im eigenen Land zurück. Sie sagt allerdings auch: „Im Nachhinein ärgere ich mich darüber, dass ich das damals gar nicht so genossen habe.“

Das kann sie jetzt ändern! Umso mehr freut sie sich deshalb auch auf die Rückkehr in das Olympiastadion zu den nächsten großen Titelkämpfen. „Ich hoffe, dass 2018 eine ähnliche Stimmung herrschen wird wie 2009. Das deutsche Publikum hat gezeigt, dass es auch Spaß an der Leichtathletik hat und es nicht nur um Fußball geht. Deshalb wird hoffentlich das Stadion voll sein und man wird uns mächtig unterstützen.“

Heimspiel bringt für Christina Schwanitz eine andere Motivation

Sie ist sich obendrein aus sportlicher Sicht sicher, dass ein solches Heimspiel schon in der Vorbereitung eine „andere Motivation“ mit sich bringt. „Es spornt einen an, noch einmal eine Schippe draufzulegen und noch einmal eine Trainingseinheit zu machen, obwohl man eigentlich schon fertig ist. Ich sage mir dann im Training: Doch, doch das muss sein, weil …“

Die Kugelstoßerin sieht auch einen klaren Heimvorteil beim Wettkampf selbst: „Es ist einfach cool, wenn man die Leute versteht, egal wo man hinkommt. Es wird für uns immer ein bisschen mehr organisiert. Und auch wenn im Publikum jemand schreit ‚Jetzt mach mal‘, dann versteht man das halt. Das ist das bisschen Heimvorteil, das man hat.“

Dazu kommt, dass sie mit dem Olympiastadion Berlin gut vertraut ist. „Das Kugelstoßen ist beim ISTAF jetzt schon ein paar Jahre dabei. Das finde ich auch sehr schön. “

Nach Berlin 2018 soll es noch weitergehen

Was sie bei ihrer Rückkehr in die ehrwürdige Arena erreichen, was sie vollbringen will, steht für die Sportsoldatin, die im letzten Jahr ihre Biographie „Es ist doch nur Kugelstoßen…“ herausgebracht hat, außer Frage. Das Berliner Olympiastadion würde sie am 8. August 2018 dann zufrieden verlassen, „wenn die goldene Drei steht“. Damit meint sie nichts anderes als ihren Titel-Hattrick.

Schlusspunkt ihrer Karriere soll die Heim-EM nicht sein. Warum auch, da es die Comeback-Saison nach der Babypause werden dürfte? Sie sagt allerdings mit ihrem markanten Lachen im Gesicht: „Ab einem gewissen Alter entscheidet man von Jahr zu Jahr. Mein grober Fahrplan geht aber bis 2020.“ Dann stehen die Olympischen Sommerspiele in Tokio (Japan) an. Für Christina Schwanitz wäre es bereits die vierte Olympia-Teilnahme. Danach müsse sie sehen, ob „Körper und Geist“ noch halten.

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Christina Schwanitz über das Olympiastadion:

„Das fetzt“

Christina Schwanitz über ihr Ziel bei Berlin 2018:

„Die goldene Drei muss stehen“

 

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