Laura Muir: Mit heißer Schokolade zum Erfolg |
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NEWS Laura Muir: Mit heißer Schokolade zum Erfolg






08.03.2017

Ihr Trainer Andy Young hatte das Talent der nur 1,61 Meter großen Athletin schon frühzeitig erkannt. Vor vier Jahren schrieb er in einem E-Mail bereits davon, dass sein Schützling Laura Muir die nächste „Kelly Holmes oder Paula Radcliffe“ werden könne.

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Ein interessantes Kennenlernen mit Paula Radcliffe gab es passend dazu einmal im Trainingslager in der Höhe von Font Romeu (Frankreich): „Sie hat mir bei den Trainingsstrecken geholfen und mir auch Tipps gegeben für Erholungstechniken und wie man sich auf ein großes Rennen vorbereitet.“

Laura Muir wird Vorschusslorbeeren gerecht

Diese Tipps kann sie inzwischen mehr denn je gebrauchen, denn die Mittelstrecklerin wird ihren Vorschlusslorbeeren gerecht. Im letzten Jahr gewann die 23-Jährige als Beste ihrer Disziplin das Diamond Race und war auch die Jahresschnellste auf den 1.500 Metern (3:55,22 min; britischer Rekord).

Bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro (Brasilien) zahlte sie aber als Siebte über 1.500 Meter Lehrgeld. Die Äthiopierin Genzebe Dibaba und die neue Olympiasiegerin Faith Kipyegon aus Kenia waren auf der letzten Runde einfach stärker, am Ende fehlten die nötigen Reserven im Kampf um Bronze.

Starke Hallen-Europarekorde in Karlsruhe und Birmingham

Doch diesem Rückschlag zum Trotz begann das Jahr 2017 wieder sehr vielversprechend. Ihrem britischen Hallenrekord über 5.000 Meter (14:49,12 min) ließ Laura Muir beim Indoor-Meeting in Karlsruhe einen beeindruckenden Europarekord über 3.000 Meter (8:26,41 min) folgen. Nur vier Frauen waren jemals schneller, alles Afrikanerinnen!

Doch damit nicht genug: Zwei Wochen später knackte der Lauffloh beim Hallen-Meeting in Birmingham (Großbritannien) auch noch den Hallen-Europarekord über 1.000 Meter und verbesserte ihn auf 2:31,93 Minuten. Damit zeigte sie, dass sie auf den kürzeren Mittelstrecken genauso wie auf den längeren Distanzen ein Weltklasse-Niveau anbietet.

In Belgrad gleich zweimal Gold für Laura Muir

Dass sie schnell laufen kann, hatte Laura Muir damit schon eindrucksvoll bewiesen, bei der Hallen-EM in Belgrad ging es Anfang März vor allem um eines: Endlich auch internationale Medaillen zu gewinnen, um eine ganz Große zu werden. Vorher kam sie bei ihren Einsätzen im Nationaltrikot nämlich über einen dritten Platz bei der U23-EM nicht hinaus.

Doch in Serbien lieferte die Britin eindrucksvoll und erstickte den Keim eines Fluches: Über 1.500 Meter hatte sie in einer neuen persönlichen Hallenbestzeit (4:02,39 min) ihre Konkurrenz genauso im Griff wie über 3.000 Meter (8:35,67 min).

Ein echter Meilenstein

Dieses Doppel-Gold könnte nun der endgültige Durchbruch in ihrer Karriere sein, auf jeden Fall ist es ein Meilenstein. Denn bislang ließ die Britin immer wieder im entscheidenden Moment anderen den Vortritt.

Die britische Lauflegende Liz McColgan, die ihren Hallenrekord nach 25 Jahren eben an Laura Muir verloren hat, forderte noch im Januar: „Sie muss die Renntaktik verbessern, um ihre ersten Medaillen zu holen.“ Das tat die neue Laufkönigin von der britischen Insel nun auf eindrucksvolle Weise.

Sie konnte obendrein eine wichtige Erkenntnis mitnehmen: „In Belgrad hat sich gezeigt, dass ich mehrere Rennen nacheinander laufen kann, damit sieht es auch für einen Doppelstart in London gut aus.“

In Berlin will Laura Muir aufs Podest

Im Sommer lockt nämlich die WM an der Themse, also auf heimischem Boden. Auch dort sind zwei Auftritte, dann über 1.500 und 5.000 Meter, angedacht. „Dieses Jahr kann ich den Sprung schaffen“, sagt Laura Muir, die genau weiß, dass sie das Talent und die Form mitbringt, um auch im Sommer im Weltvergleich zu bestehen.

Ihr Talent will sie auch 2018 bei der Europameisterschaft in Berlin zeigen. „Ich werde hart daraufhin arbeiten und hoffentlich eine Medaille mit nach Hause bringen“, ist das Ziel auch für das nächste Jahr schon klar. Es geht für sie jetzt eben darum, weiteres Edelmetall zu sammeln.

Laura Muir weiß aber: „Auch eine Europameisterschaft ist schwer, es gibt ein starkes Feld, zum Beispiel mit Sifan Hassan und Meraf Bahta.“

Das Berliner Olympiastadion kennt sie bereits von einem Start beim ISTAF. Sie hat positive Erinnerungen: „Das Publikum dort ist immer fantastisch. Ich bin mir sicher, dass es eine großartige Europameisterschaft wird.“

Große Liebe für Tiere

Abseits der Bahn sind Tiere die große Leidenschaft von Laura Muir. Sie studiert selbst Tiermedizin. „Meine Liebe zu den Tieren habe ich schon entdeckt, als ich mit einem Hund aufgewachsen bin. Ich wollte schon damals anderen Leuten mit ihren Haustieren helfen.“ Zuhause hat sie mehrere Ratten als Haustiere.

Ungewöhnlich ist noch etwas Anderes: Sie trinkt weder Tee noch Kaffee und verzichtet auch sonst ganz auf Koffein: „Ich wollte nie in eine Situation kommen, bei der ich auf etwas angewiesen bin.“ Also setzt sie auf viel Wasser und genießt ansonsten eine heiße Schokolade, wenn ein warmes Getränk gefragt ist. Wasser und heiße Schokolade - das Geheimrezept der Laura Muir?

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Über Laura Muir

geboren am 9. Mai 1993 in Milnathort

Größe: 1,61 m
Gewicht: 49 kg
Disziplin: 1.500 m (3.000 m / 5.000 m)
Bestzeit: 3:55,22 min (britischer Rekord)
Verein: Dundee Hawkhill Harriers
Trainer: Andy Young
Wikipedia: de.wikipedia.org/wiki/Laura_Muir
Twitter: twitter.com/lauramuiruns
Instagram: www.instagram.com/lmuiruns/

Größte Erfolge:

Hallen-Europameisterin 1.500 m und 3.000 m (2017)
Hallen-Europarekorde 1.000 m und 3.000 m (2017)
Diamond Race-Gewinnerin 2016
Weltjahresbeste 2016

Laura Muir über Berlin:

„Ich war schon ein paar Mal in Berlin, das ist eine großartige Stadt.“

Über Berlin 2018:

„Ich bin mir sicher, dass es eine großartige Europameisterschaft wird. Das Publikum dort ist immer fantastisch.“

Über ihr Ziel bei der EM:

„Auch dort gibt es ein starkes Feld. Aber ich werde hart daraufhin arbeiten und hoffentlich eine Medaille mit nach Hause bringen.“

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