Weltrekordler Jan Zelezny adelt deutsche Speerwerfer |
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News Weltrekordler Jan Zelezny adelt deutsche Speerwerfer






14.07.2017

Platz eins und zwei in der Welt, dazu 90er-Weiten in Serie: Johannes Vetter und Thomas Röhler dominieren in dieser Saison das Speerwerfen. Der tschechische Weltrekordler Jan Zelezny traut den Deutschen sogar noch größere Weiten zu. Gegenüber Berlin 2018 äußerte sich der jeweils dreimalige Olympiasieger und Weltmeister exklusiv zu den Chancen von Johannes Vetter und Thomas Röhler.

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Die deutschen Speerwerfer kriegen einfach nicht genug: 93,90 Meter hatte Rio-Olympiasieger Thomas Röhler bereits im Mai geworfen, doch Johannes Vetter setzte in dieser Woche noch einen drauf. 94,44 Meter in Luzern, dazu drei weitere Versuche über 90 Meter – absolute Weltklasse! Der Offenburger verbesserte damit nicht nur den erst zwei Monate alten deutschen Rekord von Röhler. Ihm gelang zugleich die zweitbeste Leistung aller Zeiten.

Nur ein Speerwerfer hat mit dem neuen Speer jemals weitergeworfen: Weltrekordler Jan Zelezny – 1996 erzielte er in Jena 98,48 Meter:

Für den Tschechen kommt die Leistungssteigerung von Johannes Vetter nicht überraschend: „Es war zu erwarten, dass Johannes über 90 Meter werfen würde, weil er bei mehreren Wettkämpfen bereits 89 Meter-Würfe gezeigt hatte“, so Zelezny. Und er traut den beiden Deutschen sogar noch mehr zu. „Sie sind im richtigen Alter. Mit zwei starken Werfern im eigenen Land treiben sie sich gegenseitig voran. Und es gibt ja nicht nur die beiden: In Deutschland gibt es noch mehr gute Werfer.“

Tatsächlich belegen Vetter als Deutscher Meister, Röhler und Andreas Hofmann (88,79 Meter) derzeit die Plätze eins bis drei in der Welt, Lars Hamann ist Neunter, der verletzte Julian Weber folgt auf Rang elf. Ein sensationelles Niveau.

Bei den Weltmeisterschaften in London (4. bis 13. August) können Vetter und Röhler Historisches schaffen. Seit 1991, als bei der WM in Tokio zwei Finnen ganz vorn landeten, hat es im Speerwurf keinen Doppelsieg mit zwei Werfern einer Nation gegeben. Bei den Heim-Europameisterschaften 2018 in Berlin winkt zudem das erste deutsche Speerwurf-Gold seit 1986 in Stuttgart. Damals hatte Klaus Tafelmeier ebenfalls vor heimischem Publikum den Titel für die Bundesrepublik geholt.

Und plötzlich ist sogar der Weltrekord in greifbare Nähe gerückt. „Natürlich will jeder meinen Rekord brechen“, sagt Jan Zelezny. „Da es aber eine große Weite ist, wird es immer härter, sie auszubauen. Jeder Meter spielt jetzt eine bedeutende Rolle“, so der Tscheche weiter. Er will auch nicht spekulieren, ob und wer von den Deutschen das größere Potenzial, hat den Rekord anzugreifen. „Man muss abwarten, wie sie sich weiterentwickeln. Sie haben eine unterschiedliche Technik. Jeder hat seinen eigenen Stil, aber darauf kommt es gar nicht an. Am Ende hat derjenige die größere Chance auf den Weltrekord, der am meisten daran glaubt. Hauptsache, sie nutzen ihre Fähigkeiten und bleiben gesund“, wünscht sich Zelezny.

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